1856 Der Kaufmann und Kommerzienrat Wilhelm Homeyer, Sohn des Wolgaster Kaufmanns und Reeders Johann Friedrich Homeyer und dessen Frau Sophie Dorothea, stiftet für den Bau eines neuen Schulhauses 5000 Taler.
 1857  Grundsteinlegung
 1858 Einweihung des neuen Schulhauses, die Homeyer nicht mehr erlebte, und Benennung zu Ehren des Spenders mit dem Namen „Wilhelmsschule“
 1866 Dr. Eduard Schmidt wird erster Rektor.

 

 

 1867 Die Lehrer legen den Diensteid ab. Sie schwören Treue, Gehorsam und die Einhaltung der Verfassung.
 1868 Die Auszeichnungsverordnung verfügt, dass männliche Lehrer nach fünfzig Dienstjahren den preußischen Adlerorden, evangelische Lehrerinnen eine Bibel und Katholikinnen ein Andachtsbuch erhalten.
 1869 Die Schule gewährt acht Freistellen für weniger bemittelte Schüler. Der Kaufmann Wallis stiftet vier Freistellen für Schüler höherer Klassen. Unter den 120 Schülern sind 30 auswärtige.
 1870 Zum ersten Mal legen zwei Schüler der Sekunda (Jg. 10) die Prüfung ab.
1874 Die Schule darf den Schülern, die sich zum Einjährig-Freiwilligen-Dienst im kaiserlichen Heer melden, den Abschluss der Sekunda bestätigen. Es wird von dieser Regelung häufig Gebrauch gemacht, da sich als Reserveoffizier die Aufstiegschancen erhöhen.
1883 Anlässlich des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs erscheinen Jahresberichte der Schule. Die jährliche Zeugnisausgabe erfolgt zu Michaelis (29. September). Das größte Stundenvolumen hat der Religionsunterricht, gefolgt von Latein und Deutsch. Die Naturwissenschaften sind mit einer Stunde „Naturbeschreibung“ vertreten. Die Schulbuchbestellung spiegelt dies wider: Bibeln, Gesangbücher, Biblische Geschichte, Luthers Katechismus, christliche Religionslehre, lateinisches Vokabularium, Cesar bell. gall. Horaz, ein deutsches Lesebuch.
Der Provinzschulrat von Pommern, Herr Dr. Martin Wehrmann (Verfasser der „Geschichte Pommerns“), revidiert die Wolgaster Schule eingehend.
 1884 Rektor Dr. Eduard Schmidt scheidet aus dem Amt.
 1890  Die Turnhalle im Nebengebäude wird eingeweiht
 1901 Am Reifferwall wird die Luisen-Schule als höhere Mädchenschule eingeweiht.
 1914 Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges melden sich etliche Schüler freiwillig zum Kriegsdienst. Aufgrund von Siegesfeiern fällt teilweise die Schule aus.
1915 Der Kriegsfreiwillige Otto Niedett fällt im Alter von 17 Jahren.
1918 Als Folge der Novemberrevolution wird erstmals ein Elternbeirat gewählt. Am 13. November wird die kirchliche Schulaufsicht durch eine staatliche ersetzt.
 1924  Eine moderne Fremdsprache wird als Anfangssprache eingeführt, da Latein nicht mehr den Anforderungen der Zeit entspricht
 1931  Im Zuge der Reformpädagogik der Weimarer Republik werden erstmals in die Wilhelmsschule aufgenommen.
1933 Hitler ergreift die Macht. Nach den Prüfungen im Frühjahr ordnet das Ministerium in Berlin an, alle die Schüler, die die Prüfungen nicht bestanden haben, „wohlwollend und verständnisvoll zu prüfen", da sie wegen Teilnahme an Aufmärschen und Versammlungen der Nationalsozialisten keine Zeit zum Lernen hatten.

Hinweis: Die Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. (Quelle: Jubiläumsschrift, 2008)