Auch das Schuljahr 2024/25 ist geprägt durch unser Projekt Menschenrechte schützen – Verantwortung übernehmen“.

Den Haag

Im September 2024 waren Amy, Collien, Sina, Wolf und Islam aus der Jahrgangsstufe 11 mit weiteren 35 Jugendlichen aus Police, Stettin, Den Haag, St. Vith und Karlshagen sowie den begleitenden Lehrkräften in den Niederlanden unterwegs.

Gemeinsam wohnten wir in einem Hostel in Noordwijk an der Nordsee unweit von Den Haag. Dort besuchten wir das Englandfahrermuseum, in dem mit vielen Exponaten und Fotos die Geschichte der mutigen niederländischen Männer und Frauen erzählt wird, welche während des Zweiten Weltkrieges aus den Niederlanden geflohen waren, um von England aus gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen.

In Den Haag bekamen wir einen Einblick in die Arbeitsweise des International Criminal Court of Justice. Wir durften kurz hinter dickem Panzerglas einen Prozess gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher beobachten, was äußerst interessant war. Auch die Projektarbeit im „Oranje Hotel“, einem Gefängnis, in dem Angehörige des niederländischen Widerstandes während der deutschen Besatzung unter widrigen Umständen inhaftiert waren, oder der Besuch des Friedenspalastes mit der Ausstellung über die Entwicklung der Friedensbewegung waren sehr aufschlussreich.erasmus 3

Mit Spannung erwarteten wir natürlich die Ausflüge nach Amsterdam. Selbstverständlich gehörten eine gemütliche Fahrt durch die Grachten und ein fußläufiges Erkunden der Innenstadt zum Programm. Die Projektarbeit und die Führung durch das Anne-Frank-Haus, einem Haus mit so viel Geschichte und Emotionen, zählten zu den Höhepunkten unserer Projektreise, die wir dann leider nach einer tollen Woche beenden mussten.

Kamminke

Im März 2025 führte uns unser Projekt in die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte  Golm in Kamminke auf Usedom, sozusagen fast vor unsere Haustür. Diesmal waren Romy, Anton und Liam aus Klasse 9 sowie Janina und Mavie aus Klasse 10 mit dabei und natürlich wieder 35 weitere Schülerinnen und Schüler aus den beteiligten Ländern.

erasmus 2Am eindrucksvollsten fanden die Teilnehmenden die Zeitzeugengespräche in der JBS, die Gedenkveranstaltung auf dem Golm und den Besuch des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses in Anklam. In dieses führte uns der erste Projektarbeitstag. Während des Rundgangs durch die Gefängniszellen und den Todestrakt erfuhren wir viel Neues, zum Beispiel „Was damals Recht war“ (Titel einer Ausstellung). Heute widmet sich das Museum der Friedensarbeit, die in der momentanen Weltlage immer wichtiger wird.

Am 12.03.1945 - also vor 80 Jahren - hatten amerikanische Flugzeuge die Stadt Swinemünde mit ihrem Hafen bombardiert. Nach Schätzungen (Quelle JBS Golm) starben dort 4000 bis 6000 Menschen. Regelmäßig finden deshalb auf der Kriegsgräberstätte Golm Gedenkveranstaltungen statt. Wir waren am 12.03.2025 dabei und Anton Carls vom Runge-Gymnasium sprach gemeinsam mit Wiktoria aus Police (Polen) das Totengedenken. Jeder von uns legte zum Abschluss der Veranstaltung und in Erinnerung an die Opfer des sinnlosen Krieges eine Rose auf das große Gräberfeld.

Am Tag danach hatten wir die Gelegenheit, zwei Zeitzeugen zuzuhören, welche den Bombenangriff erlebt hatten. Das war für uns alle besonders wichtig, denn an diesen Einzelschicksalen, die sehr berührend waren, wurde für uns das Ausmaß der Tragödie fassbarer.

Auch die Ausflüge und Führungen nach Stettin (Luftschutzbunker unter der Stadt) oder in das Historisch Technische Museum in Peenemünde waren sehr interessant und aufschlussreich. So erfuhren wir unter anderem, dass in den ehemaligen Versuchsanstalten, in denen Wissenschaftler an den sogenannten „Vergeltungswaffen“ arbeiteten, sehr viele Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ausgebeutet wurden.erasmus 1

Mit einem erholsamen Ausflug auf den Baumwipfelpfad in Heringsdorf und einem Abendspaziergang durch Swinemünde ging das Projekttreffen zu Ende. Es brachte uns viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen, ja sogar neue Freundschaften.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.